Call for Papers

ESE-Kongress 2009

Was ist maximale Latenz und wie wird diese bestimmt? ( Vortrag )

Referent: Dr. Carsten Emde , Open Source Automation Development Lab (OSADL) eG
Vortragsreihe: Echtzeit & RTOS
Zeit: 09. Dezember 09:45

Zielgruppe

Entwicklung, Forschung&Lehre, Fortgeschrittene

Themenbereiche

Anforderungen definieren und verfolgen, Analyse & Design, Test & Qualitätssicherung, Wartung, Pflege, Support, Software Engineering Management, Echtzeit/RTOS

Kurzfassung

In den guten alten Tagen des Mikroprozessors, als es noch keinen nennenswerten Cache und keine Mehrprozessorsysteme gab und jedes Peripheriegerät über einen eigenen Interrupt verfügte, war es möglich, die maximale Latenz eines Systems theoretisch zu bestimmen. Man suchte für diesen Zweck den längstmöglichen Instruktionspfad und ermittelte daraus die maximale Latenz des Systems. Um die so gewonnenen Werte überprüfen und die maximale Latenz auch dann ermitteln zu können, wenn die klassische Pfadanalyse nicht möglich ist, wurden geeignete Messmethoden entwickelt. Diese lassen sich in drei verschiedene Kategorien einordnen: - Komplettmessung mit externem Trigger - Interne Registrierung - Interne Messung unter Simulations- bzw. Applikationsbedingungen Im Vortrag werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren verglichen und deren bevorzugte Einsatzgebiete erläutert. An praktischen Beispielen wird der Ablauf einer Messung demonstriert und diese mit künstlichen Latenzen kalibriert.

Nutzen und Besonderheiten

Im täglichen Umgang mit Echtzeit-Computern wird sehr häufig mit der maximalen Latenz eines Systems argumentiert, obwohl deren numerischer Wert und seine Zuverlässigkeit in der Regel nicht bekannt sind. Auch Begriffe wie "harte Echtzeit" und "weiche Echtzeit" werden vielfach verwendet, ohne dass sich die Gesprächspartner auf eine gemeinsame Definition geeinigt haben. Auf der anderen Seite ist das kontrollierte Echtzeitverhalten des eingesetzten Computer-Systems eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des gesamten Projekts wie z.B. einer Maschinensteuerung. Der Teilnehmer dieser Veranstaltung erfährt aus neutraler Quelle, wer, wie und wo Echtzeitmessungen durchführen sollte und warum die Messmethoden und deren Interpretation beim Betriebssystemhersteller, Hardwarehersteller und Anwender notwendigerweise unterschiedlich sind. Darüber hinaus lernt er grundsätzliche Konzepte von asynchroner Ereignisbearbeitung in einem Echtzeitbetriebssystem kennen.

Über den Referenten

Dr. Carsten Emde blickt auf eine mehr als 20-jährige Tätigkeit als Software-Entwickler, System-Integrator und Software-Consultant für industrielle Computeranwendungen, speziell für Embedded-Systeme, zurück. In diese Zeit fällt auch eine umfangreiche Publikations- und Vortragstätigkeit zu den Themen Embedded-Systeme, Software-Entwicklung, Echtzeitanforderungen sowie zu Open-Source-Lizenzen. Seit Gründung des Open Source Automation Development Lab im Jahr 2005 ist er dessen Geschäftsführer.